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Sehr verehrtes Publikum
… und sie dreht sich doch … die Musik!
Der Kreislauf im musikalischen Sinn: Rondo, Jahreszeiten, Alb-Chehr, Tango, Goldberg recycled, Spiralen, moto perpetuo, Tierkreis, panta rhei, alles Ausdruck unseres Themas, dem Kreislauf.
Das wiederkehrende sich uns einprägende und sich dadurch vertiefende musikalische Motiv im Rondo ist ein alter Kniff der Komponisten, um uns immer mehr Facetten des Ein-und-Selben erhören zu lassen. Ob bei der Darstellung der Jahreszeiten, wie bei Vivaldi und Piazzolla, wo der ewige Naturzyklus musikalisch umgesetzt wird, oder beim musikalischen Recycling von Erik Satie in Vexations, wo wieder und wieder dasselbe Motiv verwendet wird oder in Schnittkes Streichtrio mit zitierten Themen von Mozart und Schubert: überall finden wir die Faszination der Wiederholung oder Wiederverwertung von kostbarem musikalischem Material. Auch Bachs Goldberg Variationen, für das Tasteninstrument geschrieben, erklingen neu, diesmal als Streichtrio. Der Walzer als musikalisches und getanztes Symbol der Spiralen oder das Perpetuum mobile, ein sich selbst aktivierender Kreislauf von Tönen, erklingen beschwingt in Werken von Strauss, Mendelssohn, Weber und Kurtag. Stockhausens Tierkreis kombiniert mit Marin Marais barocker Follia, ein sich ergänzendes Spiel der Zyklen, wird dargeboten von Bratsche und Perkussion. Wie im Rondo erscheint der Mond in Schönbergs Pierrot in seinen verschiedensten Ausdrucksformen und fasziniert unseren Dandy aus Bergamo … Panta rhei: Alles fliesst … und fügt sich dem ewigen Kreislauf der Natur. So auch die hochromantischen Klavierquartette von Ralph Vaughan Williams und Antonin Dvorak.
Ich lade Sie herzlich ein in den fliessenden Kreislauf der Musikfestwoche Meiringen 2013 einzusteigen.
Patrick Demenga
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